1 Tipp pro Tag rund ums
gesunde Wohnen und Bauen

Rund 90% unseres Lebens verbringen wir in Innenräumen. Farben, Geräusche oder die Luftfeuchtigkeit beeinflussen direkt unser Wohlbefinden. Die Lehre von den ganzheitlichen Beziehungen zwischen uns Menschen und ihrer gebauten Umwelt – die Baubiologie – hält viele wertvolle Erkenntnisse und Tipps für mehr Lebensqualität bereit. Zum Beispiel zu Fragen wie:

– Wie können wir gesunde Räume schaffen – ein gesundes Zuhause oder ein gesunder Arbeitsplatz?
– Was können wir dabei von der Natur lernen, respektive, wie bringen wir all die wertvollen Eigenschaften der Natur in den Raum?
– Und wie schaffen wir das, so dass auch künftige Generationen mit diesem Standard leben können?

Im Oktober-Blog teilen wir dazu einen Tipp pro Tag mit dir.

 

Weiterführend empfehlen wir dir bei Gesunde-Haus.ch reinzuschauen. Die Pionierplattform der Genossenschaft Information Baubiologie GIBBeco bietet seit 2010 Hintergrundwissen rund ums gesunde Wohnen und Bauen inklusive geprüfter Kontakte. Und was uns enorm freut: Die Einträge vom Gesunden-Haus.ch werden im Zuge einer wertschätzenden Zusammenarbeit schrittweise auf GreenPick sichtbar. Damit wertvolles Expertenwissen erhalten bleibt, engagiert sich der mehrfach ausgezeichnete Baubiologe und Architekt SIB/IBN, Bosco Büeler, als Beirat vom GreenPick Team.

 

Tipps rund ums Wohnen

1. Oktober

Gönn dir einen erholsamen Schlaf und spare dabei Energie.

In einem dunklen Raum ohne Elektrogeräte, so schlafen wir bekanntlich am Besten. Doch warum? Die Reduzierung von Licht in einem Raum erhöht die Ausschüttung von Melatonin, ein Hormon, das primär für tiefen Schlaf verantwortlich ist. Jede Lichtquelle stört seine natürliche Produktion. Nachts Gardinen und Rollläden schliessen verhindert zudem Wärmeverlust. Bild: Jianxiang Wu

2. Oktober

Achte auf sinnvolle Raumtemperaturen und eine gute Luftzirkulation.

Eine Schlafzimmer-Temperatur von 17-19 Grad sorgt für einen erholsamen Schlaf. Auch das Wohnzimmer musst du nicht auf 25 Grad heizen, du kannst es dir bei 20 Grad gemütlich machen. Achte generell darauf, dass du keine Möbel oder schwere Vorhänge vor Heizkörpern platzierst. So kann die Raumluft ungehindert zirkulieren (Quelle: EnergieSchweiz).

3. Oktober

Lass Pflanzen dein Wohnklima verbessern.

Gemäss der Norm 180 des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA sollte ein Innenraumklima eine Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 50 Prozent aufweisen. Dir macht trockene Raumluft zu schaffen? Bevor du dir ein teures, stromfressendes Raumbefeuchtungs-Gerät kaufst: Pflanzen tragen nicht nur zu einer Verbesserung des Raumklimas, sondern auch zu einer optischen Aufwertung des Wohnraums bei. Häufiger lüften hilft übrigens meist nicht, da kalte Luft nicht so viel Feuchtigkeit wie warme Luft tragen kann.

4. Oktober

Setze auf eine natürliche Raumgestaltung.

Unsere Gesundheit und Wohlbefinden in Innenräumen wird direkt von Baustoffen und Materialien beeinflusst. Unerwünschte Schadstoffe können zum Beispiel unsere Atemwege stören oder Allergene verursachen. Darum lohnt sich eine nachhaltige und natürliche Raumgestaltung langfristig. Die raumwerke AG zum Beispiel hat sich unter der Marke «Natur im Raum» als Schweizer Pionier für gesunde Räume etabliert. Dabei orientiert sich das Raumwerke-Team an den Grundsätzen des Biophilic Design. Bild: raumwerke AG

5. Oktober

Stosslüften macht jetzt umso mehr Sinn.

Gerade jetzt ist gutes Lüften wichtig, um das Ansteckungsrisiko mit Corona zu minimieren. Hier gilt: Besser alle 1-2 Stunde die Fenster weit aufmachen und richtig Stosslüften (für einige Minuten, diagonal durch den Raum), als die Fenster stetig ein wenig gekippt zu halten. So kommt effizient Frischluft in den Raum.

6. Oktober

Wähle natürliche Baustoffe und Möbel ohne Formaldehyd.

In seiner natürlichen Form schadet uns Formaldehyd nicht (z.B. in Äpfeln). Doch wird Formaldehyd beispielsweise auch für die Produktion von Kunstharzen verwendet, die wiederum der Herstellung von Spanplatten und anderen verleimten Holzwerkstoffen dienen. Formaldehyd ist auch in Klebstoffen, in veredelten Textilien, Isolationen und Papierprodukten zu finden (Quelle: Raumverstand.ch). Hohe Mengen können Kopfschmerzen, Asthma und diverse andere gesundheitlichen Probleme verursachen. Im Verdachtsfall kann eine Raumluftmessung Klarheit schaffen. Bild: Sleepgreen

Tipps rund ums Bauen

7. Oktober

Berechne das Solarpotenzial deines Hausdachs.

Ist mein Hausdach für eine Solaranlage geeignet? Wie viel Strom könnte diese Anlage liefern und wie lange geht es, bis die Installationskosten amortisiert sind? – Diese Fragen beantwortet dieses tolle Solarpotentialanalyse-Tool. Es wurde entwickelt in einer Zusammenarbeit vom Bundesamt für Energie (BFE), Swisstopo und MeteoSchweiz. Bei der Berechnung wie viel Solarstrom dein Dach pro Jahr erzeugen kann, gibt das Tool drei Resultate an: Ein Solardach, das zur Hälfte mit Solarmodulen belegt ist, eines zu Dreivierteln und ein vollbelegtes Solardach. Bild: Giorgio Trovato

8. Oktober

Erhalte Klarheit über allfällige Wärmeverluste.

Eine Wärmebild-Aufnahme bietet dir eine professionellere Möglichkeit, allfällige Wärmeverluste festzustellen. In der Fachsprache nennt man dies auch Thermografie. Ein Wärmeverlust kann bei Türen, Fenster, Fassade, Dach oder Kamin auftreten. Die ideale Jahreszeit für aussagekräftige Wärmebilder steht vor der Tür: die Wintermonate (Quelle & Bild: Gesundes Haus).

9. Oktober

Hol dir Rat beim Energieberater.

Das Gesundes-Haus.ch rät dir: «Die besten und wirtschaftlichsten Energiesparmassnahmen müssen nicht unbedingt zu einer Rundumerneuerung des Gebäudes führen. Ob eine Dämmung der Hülle, Modernisierung der Heizung, oder die Gewinnung von Energie aus der Sonne - um die optimale Lösung zu erhalten, ist ein differenzierter Blick hilfreich. Ein erfahrener Energieberater kann helfen, die wirtschaftlichsten Massnahmen auszuwählen und bei der Beantragung von möglichen Zuschüssen und Förderungen helfen. Die Kosten für eine Energieberatung sind somit eine lohnende Investition.» Mehr dazu hier. Bild: Scott Graham

 

10. Oktober

Tipps und Beratung zum Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme.

In rund 60 % aller Schweizer Wohngebäude steht noch eine Öl- oder Gasheizung. Das sind insgesamt 900'000 fossile Heizungen, die bis 2050 ersetzt werden müssen, damit wir die Klimaziele erreichen – also ab 2020 jedes Jahr 30'000 (Quelle: EnergieSchweiz). Tipps und Beratung zum Umstieg bietet dir EnergieSchweiz mit dem Programm «erneuerbar heizen». Wie du beim Heizungsersatz am besten vorgehst, zeigt dir in Kürze dieser Video.

11. Oktober

Entdecke natürliche Dämmstoffe.

Geht das nicht auch nachhaltig und schadstofffrei? Beim Thema Dämmung steigt die Nachfrage nach natürlichen Materialien wie Flachs, Hanf, Schafwolle oder Holzfasern. Natürliche Dämmstoffe punkten nicht nur mit ihrer Ökobilanz und Gesundheitsverträglichkeit, sondern haben auch in bauphysikalischer Hinsicht viele Vorteile (Quelle: Gesundes-Haus.ch) . Hier findest du eine Übersicht. Bild: Sergey Semin

12. Oktober

Erhalte einen Überblick zu Sanierungsmassnahmen.

«Während Instandhaltungs- oder Instandsetzungsmassnahmen nur geringfügige Eingriffe in die Gebäudesubstanz bedeuten und Turnus mässig durchgeführt werden müssen, ist eine Sanierung eine komplexe Aufgabe. Hier kann es sein, dass komplette Gebäudeteile ausgetauscht werden müssen oder unter Umständen sogar in die Statik eingegriffen wird. Die ist ohne Fachmann nicht zu bewältigen.» Dieser Beitrag von Gesundes-Haus.ch kann dir aber vorab einen Überblick zu möglichen Massnahmen geben. Bild: Arno Senoner

 

13. Oktober

Inspiration: Nominierte für den deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur.

Du möchtest dein Eigenheim nachhaltig realisieren? Lass dich inspirieren von den Vorreitern des zukunftsfähigen Bauens. Zum Beispiel von den acht Nominierten des deutschen Nachhaltigkeitspreises Architektur. «Sie zeigen in großer Vielfalt und Qualität individuelle Lösungen ganzheitlicher Nachhaltigkeitsstrategien für Gebäude verschiedenster Größe, Funktion und Gestalt.» (Quelle: nachhaltigkeitspreis.de) Die Projekte beschäftigen sich beispielhaft mit dem Thema Holz, einer ressourcenschonenden Sanierung oder zeigen, was zum Thema Recycling heute schon möglich ist. Bild: nachhaltigkeitspreis.de

14. Oktober

Inspiration: erste kreislauffähige Kleinwohnform.

«Es schliesst Kreisläufe. Es ist autark. Es besteht aus Holz. Es speichert C02 in seinen Wänden. Daher ist es klimafreundlich. Es kann innerhalb eines Tages auf- und abgebaut werden. Daher eignet es sich für die Zwischennutzung von Brachen. Livo ist ein modulares kreislauffähiges Kleingebäude aus Holz mit minimalen Footprint und maximalen Nutzungsmöglichkeiten; ein Vorzeigeprojekt für nachhaltige, suffiziente Bauformen.» (Artikel von Partner: DieGuteMinute.ch) – Du findest diese Wohnform auch unterstützenswert? Hier kannst du mithelfen, dass Livo bald realisiert werden kann. Bild: projekt-livo.ch

15. Oktober

Setze auf ganzheitlich geprüfte Baustoffe.

Um Verbrauchern und Bauprofis in Europa eine klare Orientierung bei der Produkt-Wahl im Baubereich zu geben, hat der internationale Verein natureplus (Fördermitglied von ArchitectsForFuture) das gleichnamige Umweltzeichen entwickelt. Natureplus prüft Bauprodukte ganzheitlich und mit wissenschaftlichen Methoden. Dazu gehört der Lebensweg der Produkte von der Herstellung bis zur Entsorgung oder Wiederverwendung. Hier findest du Handelsstandorte, die natureplus-zertifizierte Produkte führen und hier geht es direkt zur Produktdatenbank mit zertifizierten Baustoffen.

Weiterführend

Viele weitere Tipps und Kontakte für Hauseigentümer:innen.

Ob baubiologischer Neubau, Umbau oder Sanierung. Ob rund um Isolation, Heizung oder Wärmerückgewinnung: Der Ratgeber Gesundes Haus der GIBBeco Genossenschaft Information Baubiologie werden fachkundige Kontakte und praktisches Wissen vermittelt. Der mehrfach ausgezeichnete Baubiologe und Architekt SIB/IBN, Bosco Büeler, gibt sein langjähriges Expertenwissen zu häufig gestellten Fragen rund um das gesunde Bauen, Wohnen und Leben weiter.